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Buchbesprechung
Wie geht’s Herr Pfarrer? Ergebnis einer
kreuzundquer-Umfrage: Priester wollen Reformen von Paul M.
Zulehner
Dieses hochspannende und sehr
aktuelle Buch is das Ergebnis einer Telefonumfrage des ORF unter
Pfarrern in Österreich unter wissenschaftlicher und
Interpretation der Studie durch den bekannten Pastoraltheologen
Zulehner.
Pfarrer sind eine
hochmotivierte Berufsgruppe. Die Missbrauchsdebatte macht es
ihnen aber schwer. Überwiegend sind sie aber mit ihrem Leben
zufrieden.
Die Ergebnisse müssten eine
ungeheure Sprengkraft haben, distanzieren sich doch die Pfarrer
weithin von vielen Auffassungen der Kirchenleitungen und
identifizieren sie sich mit der überwältigenden Meinung des
Kirchenvolkes z.B. in der Frage des Zölibates als dem einzigen
Zugang zum Priesteramt.
Wobei sich die jüngeren
Geistlichen eher konservativ verhalten und damit dazu beitragen,
dass die Gemeinden insgesamt immer weniger und konservativer
werden, weil die weltoffenen Christen sich dadurch nicht mehr
angesprochen fühlen. Die konservative Haltung vieler junger
Geistlicher zeigt sich auch in ihrer ausgesprochen klerikalen
Kleidung.
Viele Pfarrer fühlen sich auch
völlig überlastet und schauen mit Angst auf die kommenden
pastoralen Räume, in denen aus den bisherigen Seelsorgern immer
mehr Manager mittelständiger Betriebe werden.
Sie sind nicht grundsätzlich
gegen Pastorale Räume, so z.B. für Bildung, Jugendarbeit und
Diakonie. Sie haben aber etwas dagegen, wenn sich unter dem
Gedanken der Pastoralen Räume von Seiten der Kirchenleitungen
der Umgang mit dem Personalmangel versteht. Die Gemeinden müssen
auf jeden Fall erhalten bleiben. Sonst könnte der Satz von
Altbischof Stecher immer mehr Wirklichkeit werden: „Nicht die
Menschen entfernen sich von der Kirche, sondern die Kirche
entfernt sich von den Menschen“.
Sie plädieren für eine Öffnung
der Zugangswege zum Priesteramt für Frauen und verheirate
Männer. Es gibt viele Berufungen, aber die Zugangswege sind zu
eng. So z.B. unter den Pastoral- und GemeindereferentInnen und
Diakonen. Für kleinere Gemeinden sollte z.B. ein ehrenamtliches
Leitungsteam aus drei Personen gefunden werden, die nach einer
entsprechenden Ausbildung zu PriesterInnen geweiht werden.
Dieses Buch sollte für alle
kirchenleitenden Personen zur Pflichtlektüre gemacht werden,
damit ihnen die Bedeutung ihres Handelns für die Kirche bewusst
wird und sie nicht durch ihre oft kurzsichtigen Entscheidungen
die Kirche in einen Abgrund bewegen.
Das gilt zuerst für
Österreich, die Ergebnisse sind wohl auch auf Deutschland
übertragbar.
Paul M.
Zulehner, Wie geht’s Herr Pfarrer? Ergebnis einer
kreuzundquer-Umfrage: Priester wollen Reformen,
Wien-Graz-Klagenfurt 2010
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