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Im September 2010 erschien die
16. Shell Jugendstudie 2010 in Frankfurt. Dort wird die
Lebensperspektive der Jugendlichen als deutlich positiver
gesehen. 59% der Jugendlichen sehen die Zukunft optimistisch,
dann sind 6% mehr al 2006. 35% sehen sie gemischt und 7% eher
dunkel. Bei den sozial schwächsten Schichten gibt es eine
Rückgang von 35% (2006) auf 33% (2010). 2002 waren e noch 40%.
Wie Pisa bestätigt, hängt in
keinem anderen Land die Bildung so von den sozialen
Zusammenhängen ab wie in Deutschland. Jugendliche ohne
Schulabschluss haben deutlich seltener eine qualifizierte Arbeit
oder Ausbildungsstelle. Diese Kluft hat sich seit der letzten
Untersuchung (2006) noch vertieft.
Die Familienorientierung der
Jugendlichen ist weiter angestiegen. Mehr als 76% der
Jugendlichen stellt fest, dass man die Familie benötigt um
glücklich leben zu können. Mehr als 90% der Jugendlichen stehen
gut zu ihren Eltern. 73% der Jugendlichen wohnen bei ihren
Eltern.
Das Freizeitverhalten spielt
sich überwiegend mit Gleichaltrigen ab. Bei besser gestellten
Jugendlichen setzt sich der Impuls der Familie fort, schlechter
Gestellte sind ´meist nur auf Computer und Fernsehen angewiesen.
96% der Jugendlichen haben
einen Zugang zum Internet. Jugendliche sind im Schnitt pro Woche
13 Stunden online. Dabei sind männliche Jugendliche
deutlich länger online als weibliche. 50% suchen Informationen
im sozialen Neztwerk, 22% bei Facebook usw., 29% schauen fast
täglich nach, was so in der Welt passiert und nur 16% sind so
gut wie täglich mit Computerspielen beschäftigt. Die sozialen
Unterschiede werden eher bei Web2 wieder deutlich, bei dem man
sich nicht nur informiert, sondern selbst auch Beiträge ins Netz
setzt.
Das poltsche Interesse ist bei
der Altersgruppe 15-25 leicht angestiegen auf 37%. Soziale
Herkunft und politisches Interesse der Eltern spielen hier eine
große Rolle. Es liegt aber noch weit unter den Ergebnissen der
Studien aus den 70er und 80er Jahren.
In der politischen
Positionierung sind links 9%, eher links 29%, 29% in der Mitte,
15% eher rechts und 3% rechts einzuordnen. 14% ordnen sich nicht
ein.
Die Zufriedenheit mit
Demokratie und Gesellschaft steigt. 63% zählen sich dazu.
Gesellschaftliche
Gruppierungen wie Polizei, Gerichte und Bundeswehr werden hoch
bewertet, die Bundesregierung selbst unterdurchschnittlich 2,8
(Skala 1-), dann folgen die Kirchen mit 2,7, die großen
Unternehmern mit 2,6 und die Parteien mit 2,5. Das Vertrauen zu
den Gewerkschaften mit 3,1 hat nicht gelitten.
In Parteien wollen Jugendliche
weniger eintreten, aber bei Aktionen, die sie interessieren
mitmachen, z.B. bei Unterschriftsaktionen.
Vorbehalte gegen andere mit
anderen Auffassungen werden zwar gesehen, es kann von einer
generellen Intoleranz nicht die Rede sein. Die meisten
Vorbehalte werden gegen Türken geäußert (27%) und russischen
Aussiedlern (26%). Schwarze werden nur zu 10% abgelehnt. 48%
haben keine Vorbehalte. 44% sprechen sich für eine Begrenzung
des Zugzugs aus gegen 56% im Jahr 2006.
23% gaben an in den letzten 12
Monaten in gewaltsame Aktionen verwickelt gewesen zu sein.
Migrantensituation, Alkoholismus und autoritäre Erziehungsstil
der Eltern sind hierfür gut Voraussetzungen. Gestiegen ist der
Anteil bei Hauptschülern, bei Gymnasiasten und Realschülern ist
er gleich geblieben.
Von einer gerechten Verteilung
unter den Generationen gehen bei einer leichten Steigerung 47%
aus.
Der Anteil der Jungendlichen
die von Globalisierung gehört haben ist von 75% (2006) auf 84%
gestiegen. Für die meisten bedeutet dies die Freiheit in der
Welt zu reisen. 53% verbinden damit den wirtschaftlichen
Wohlstand. Auch Umweltzerstörung (63%) und Wachsen von
Demokratie hat mit diesem Thema viel zu tun (57%).
Dabei muss mit
Globalisierungsbefürwortern (28%) und Globalisierungsgegnern
(19%) unterschieden werden.
Die Auslandseinsätze der
Bundeswehr stoßen auf wachsenden Widerstand (53%).
Der Klimawandel wird von 97%
als ein sehr großes Problem angesehen. Das ist in allen
Schichten präsent, etwas weniger in den neuen Bundesländern, da
dort früher die Diskussion dieses Themas verboten war.
Kritiker des Klimawandels
ziehen auf häufiger Konsequenzen z.B. fahren mit dem Fahrrad
oder kaufen ein kleineren Autos. Sie versuchen im Alltag Energie
zu sparen.
Wertorientierungen und
Lebenseinstellungen sind stark von dem getragen, was pragmatisch
sinnvoll ist. Sie binden sich dabei in das Netzwerk des Familie
ein, aber auch gesellschaftliche Vorgänge, wie die
Arbeitslosigkeit werden als nicht richtig empfunden. Sie sind
überzeugt, dass es für die Gesellschaft moralische Regeln gegen
muss, dabei vertreten sie aber nicht Anpassung und Konformismus.
Für 70% ist es wichtig verantwortlich zu leben und zu handeln.
(mit eher 90%) |