Inhaltsverzeichnis zur Katholischen SozialLehre, Catholic Social Teaching Autor: Dr. Ernst Leuninger

Katholische SozialLehre
Catholic Social Teaching
Autor: Dr. Ernst Leuninger

Thema der Seite: Jugendstudien 2010

Jugendstudien 2010 (Zur Shellstudie)

Unicefstudie  zur Lage der Kinder in den Industrieländern 2010

Die UNICEF hat 2009 eine Untersuchung zur Lage der Kinder in 21 Industrieländern hergestellt und am 14. Januar 2010 veröffentlicht. Deutschland liegt dabei auf Platz 8, die USA auf dem letzten Platz 21 und die Niederlande auf Platz 1. Der wichtigste Handlungsbedarf ist in Deutschland nach dieser Studie die Gruppe der Alleinerziehenden mit ihren Kindern. Diese Gruppe leidet schon seit langem unter materieller Armut, obwohl  es insgesamt leichte Verbesserungen gegeben hat.

Viele Kinder blicken pessimistisch in die Zukunft (eder vierte 14-Jährige in Deutschland). Sie rechnen  nach der Schulzeit eine Arbeit mit geringer Qualifizierung zu tätigen, obwohl die Bedingungen für Kinder und Jugendliche in Deutschland als relativ gut eingestuft werden.

Tabelle unten auf der Seite von UNICEF

     

Es gibt wesentliche Defizite in Deutschland. Die Erwachsenen müssen den Kindern den Glauben an sich selbst vermitteln wie der Verfasser der Studie Prof. Bertram sagt: "Pass auf, dass du nicht scheiterst."

Defizite gibt es bei der Gesundheit bezüglich des Geburtsgewichts, der Impfrate und der Säuglingssterblichkeit.

Im Bildungsbereich gibt es Fortschritte, so in Mathematik und Naturwissenschaften. Deutschland liegt aber immer noch bei Bildung und Ausbildung auf Platz 6.

Familien werden immer mehr mit den Hausaufgaben der Kinder belastet und die Eltern gewissermaßen zu "Hilfslehrern".

Auch der persönliche Lebensstil lässt zu wünschen übrig, obwohl sich manches verbessert hat, die Zahl der Raucher hat um 50%  abgenommen. Jedes achte Kind war schon einmal betrunken.
Bei der Lebenszufriedenheit liegt Deutschland auf dem viertletzten Platz von 21. Aber auch 36% der Kinder sagen, dass sie die Schule "sehr gerne" mögen.

Die UNICEF fordert von Deutschland, die Kinderrechte in das Grundgesetz aufzunehmen. Insgesamt müssen Staat und Kommunen mehr um die Rechte der Kinder kümmern.

 

 

16. Shell Jugendstudie Jugend 2010

Im September 2010 erschien die 16. Shell Jugendstudie 2010 in Frankfurt. Dort wird die Lebensperspektive der Jugendlichen als deutlich positiver gesehen. 59% der Jugendlichen sehen die Zukunft optimistisch, dann sind 6% mehr al 2006. 35% sehen sie gemischt und 7% eher dunkel. Bei den sozial schwächsten Schichten gibt es eine Rückgang von 35% (2006) auf 33% (2010). 2002 waren e noch 40%.

Wie Pisa bestätigt, hängt in keinem anderen Land die Bildung so von den sozialen Zusammenhängen ab wie in Deutschland. Jugendliche ohne Schulabschluss haben deutlich seltener eine qualifizierte Arbeit oder Ausbildungsstelle. Diese Kluft hat sich seit der letzten Untersuchung (2006) noch vertieft.

Die Familienorientierung der Jugendlichen ist weiter angestiegen. Mehr als 76% der Jugendlichen stellt fest, dass man die Familie benötigt um glücklich leben zu können. Mehr als 90% der Jugendlichen stehen gut zu ihren Eltern. 73% der Jugendlichen wohnen bei ihren Eltern.

Das Freizeitverhalten spielt sich überwiegend mit Gleichaltrigen ab. Bei besser gestellten Jugendlichen setzt sich der Impuls der Familie fort, schlechter Gestellte sind ´meist nur auf Computer und Fernsehen angewiesen.

96% der Jugendlichen haben einen Zugang zum Internet. Jugendliche sind im Schnitt pro Woche 13 Stunden online.  Dabei sind männliche Jugendliche deutlich länger online als weibliche. 50% suchen Informationen im sozialen Neztwerk, 22% bei Facebook usw., 29% schauen fast täglich nach, was so in der Welt passiert und nur 16% sind so gut wie täglich mit Computerspielen beschäftigt. Die sozialen Unterschiede werden eher bei Web2 wieder deutlich, bei dem man sich nicht nur informiert, sondern selbst auch Beiträge ins Netz setzt.

Das poltsche Interesse ist bei der Altersgruppe 15-25 leicht angestiegen auf 37%. Soziale Herkunft und politisches Interesse der Eltern spielen hier eine große Rolle. Es liegt aber noch weit unter den Ergebnissen der Studien aus den 70er und 80er Jahren.

In der politischen Positionierung sind links 9%, eher links 29%, 29% in der Mitte, 15% eher rechts und 3% rechts einzuordnen. 14% ordnen sich nicht ein.

Die Zufriedenheit mit Demokratie und Gesellschaft steigt. 63% zählen sich dazu.

Gesellschaftliche Gruppierungen wie Polizei, Gerichte und Bundeswehr werden hoch bewertet, die Bundesregierung selbst unterdurchschnittlich 2,8 (Skala 1-), dann folgen die Kirchen mit 2,7, die großen Unternehmern mit 2,6 und die Parteien mit 2,5. Das Vertrauen zu den Gewerkschaften mit 3,1 hat nicht gelitten.

In Parteien wollen Jugendliche weniger eintreten, aber bei Aktionen, die sie interessieren mitmachen, z.B. bei Unterschriftsaktionen.

Vorbehalte gegen andere mit anderen Auffassungen werden zwar gesehen, es kann von einer generellen Intoleranz nicht die Rede sein. Die meisten Vorbehalte werden gegen Türken geäußert (27%) und russischen Aussiedlern (26%). Schwarze werden nur zu 10% abgelehnt. 48% haben keine Vorbehalte. 44% sprechen sich für eine Begrenzung des Zugzugs aus gegen 56%  im Jahr 2006.

23% gaben an in den letzten 12 Monaten in gewaltsame Aktionen verwickelt gewesen zu sein. Migrantensituation, Alkoholismus und autoritäre Erziehungsstil der Eltern sind hierfür gut Voraussetzungen. Gestiegen ist der Anteil bei Hauptschülern, bei Gymnasiasten und Realschülern ist er gleich geblieben.

Von einer gerechten Verteilung unter den Generationen gehen bei einer leichten Steigerung 47% aus.

Der Anteil der Jungendlichen die von Globalisierung gehört haben ist von 75% (2006) auf 84% gestiegen. Für die meisten bedeutet dies die Freiheit in der Welt zu reisen. 53% verbinden damit den wirtschaftlichen Wohlstand. Auch Umweltzerstörung (63%) und Wachsen von Demokratie hat mit diesem Thema viel zu tun (57%).

Dabei muss mit Globalisierungsbefürwortern (28%) und Globalisierungsgegnern (19%) unterschieden werden.

Die Auslandseinsätze der Bundeswehr stoßen auf wachsenden Widerstand (53%).

Der Klimawandel wird von 97% als ein sehr großes Problem angesehen. Das ist in allen Schichten präsent, etwas weniger in den neuen Bundesländern, da dort früher die Diskussion dieses Themas verboten war.

Kritiker des Klimawandels ziehen auf häufiger Konsequenzen z.B. fahren mit dem Fahrrad oder kaufen ein kleineren Autos. Sie versuchen im Alltag Energie zu sparen.

Wertorientierungen und Lebenseinstellungen sind stark von dem getragen, was pragmatisch sinnvoll ist. Sie binden sich dabei in das Netzwerk des Familie ein, aber auch gesellschaftliche Vorgänge, wie die Arbeitslosigkeit werden als nicht richtig empfunden. Sie sind überzeugt, dass es für die Gesellschaft moralische Regeln gegen muss, dabei vertreten sie aber nicht Anpassung und Konformismus. Für 70% ist es wichtig verantwortlich zu leben und zu handeln. (mit eher 90%)

 

 

 

 

Ein eigenes Kapitel ist die religiöse Kultur.

Unter Katholiken glauben nur noch 32% an einen persönlichen Gott mit stark fallender Tendenz. Bei evangelischen Christen sind es 26%.  Bei anderen, wohl überwiegend Muslime und andere christliche Gruppen noch 57%.

Im Vormarsch ist die religiöse Unsicherheit.

Wie werden Schwierigkeiten bearbeitet. Keineswegs mit der Brechstange oder mit Resination, sondern mit Hilfe von Freunden und der Familie. Mit zunehmenden Alter wächst der kühle Kopf zur Bewältigung von Problemen.

Die Einbindung in soziale Zusammenhänge, Leistungswille, moralische Bedürfnisse und Religiosität tragen zur persönlichen Zufriedenheit bei, wobei die von weiblichen Jugendlichen wegen ihrer größeren Moralität höher ist. Dabei ist bei Unterschichten die Ausgangsituation viel schlechter und das gute Lebensgefühl geringer.

Soziale Netzwerke stabilisieren, besonders wenn der Druck sehr groß wird. Soziale Netzwerke und Kommunikation über das Internet spielen hier eine sehr große Rolle. Bei allem Druck, dem die Jugendlichen heute zunehmend ausgesetzt sind, bemühen sie sich, Ihre Ziele nicht auf dem Auge zu verlieren.

Diese Studie beruft sich auf 2604 repräsentative Befragungen von Jugendlichen zwischen 12 - 25 Jahren aus den alten und neuen Bundesländern. Die Befragung war von Mitte Januar bis Ende Februar 2010.

 

 

 

 

 

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Geändert:19.9.10  Dr. Ernst Leuninger