200 Geburtstag von Wilhelm Emmanuel Freiherr von Ketteler am 25.12.2011 Wilhelm Emmanuel Freiherr von Ketteler (1811-1877) wurde am 25.12.1811 in Münster als 4. von nun Kindern geboren. Mit 12 Jahren besuchte er das Jesuitengymnasium im Schweizer Wallis. Nah dem Abitur 1828 studierte er in Göttingen Jura und Staatswissenschaft. ER trat in eine Verbindung ein und verlor bei einem Duell die Nasenspitze. Nach dem Studium wird er Gerichtsreferendar in Münster. Nach der Eskalierung der Spannungen zwischen Preußen und der katholischen Kirche z.B. um das Problem der konfessionsverschiedenen Ehen. In diesem Konflikt wird auch der Erzbischof von Köln Clemens-August verhaftet. Wegen dieser Konflikte tritt er aus dem Staatsdienst aus und beginnt 1841 in München das Theologiestudium. 1844 wird er in Münster zum Priester geweiht. Er wird Kaplan in Beckum und 1846 Pfarrer in Hopsten. 1848 geht er in die Politik und wird Abgeordneter in der Nationalversammlung in Frankfurt. Die Grabrede für die ermordeten zwei Mitglieder der Nationalversammlung macht ihn in ganz Deutschland bekannt. 1850 wird er zum Bischof von Mainz ernannt. Er war jetzt mit 39 Jahren jüngster Bischof in Deutschland. Als Pfarrer hatte er sich schon intensiv mit der sozialen Frage auseinandergesetzt. Seine Rede auf dem Mainzer Katholikentag und bei den 6 Mainzer Adventspredigten 1848 erregten große Aufmerksamkeit. Er war Reichstagsabgeordneter des Zentrum. Er setzte sich für die Rechte der Kirche ein und kämpfte eine Sozialreform in Auseinandersetzung mit liberalen und sozialistischen Lehren aus dem christlichen Glauben heraus. Darin hatte er deutlich seine Haltung geändert, dass nur die Kirche es ändern könne Dies wurde 1869 bei seiner berühmten Rede auf der Liebfrauenheide bei Offenbach deutlich. Er rief zur Organisation der Arbeiter auf, dabei war ihm aber auch der ideologische Zweispalt deutlich, der damit für katholische Arbeiter oft gegeben war. "Die Arbeiter zu organisieren, um mit gemeinschaftlicher Anstrengung ihre Interessen und Rechte geltend zu machen, ist berechtigt und heilsam, ja selbst notwendig, wenn der Arbeiterstand nicht erdrückt werden soll von der Macht des Geldes Dieser Konflikt, begründet in der wachsenden Religions- und Kirchenfeindlichkeit der sozialistischen Arbeiterbewegung und leider dann auch immer wieder gegen wohlwollende Sozialisten verfochten führte zu eigenständigen Organisationen im christlichen Bereich und damit zur Spaltung der Arbeiterschaft. "Auf der einen Seite seid ihr treue Kinder der katholischen Kirche, auf der anderen Seite könnt ihr diesen Bewegungen gegenüber nicht gleichgültig bleiben. Da tritt also an jeden von euch die Frage heran: Was ist an allen diesen Bewegungen, die durch den ganzen Arbeiterstand in Europa gehen, berechtigt, was ist an ihnen unberechtigt, was gefährlich? Inwieweit kann ich mich an denselben als Christ, als Katholik, ohne meine Religion und mein Gewissen zu verletzen, beteiligen, inwieweit nicht? Darüber muß ein gewissenhafter katholischer Arbeiter mit sich vollkommen im reinen sein." Er beeinflusste entscheidend die Sozialpolitik des 19.Jahrhunderts. Schrieb u.a. "Freiheit, Autorität und Kirche" (1862) sowie "Die Arbeiterfrage und das Christenthum" (1864) . Er sprach sich gegen die herkömmlichen Stände aus, die das Problem nicht mehr lösen könnten. Er fordert freie Produktionsassociationen (Produktionsgenossenschaften) und trat für die Gewerkschaftsidee ein. Er gab auch Anregungen für die erste Sozialenzyklika. Durch seine Stellungnahme zu den sozialen Fragen förderte er das katholischen Vereinswesens, Siedlungswerke und hatte Einfluss auf die um 1870/71 gegründete Zentrumspartei. Auf seine Anregung entstand die Fuldaer Bischofskonferenz als ständige Einrichtung. Persönlich gab er sein ganzes Vermögen für soziale Zwecke aus. Auf Kettelers Initiative hin wurde seit 1867 die Fuldaer Bischofskonferenz zur ständigen Einrichtung. Sein gesamtes Vermögen gab er für soziale Zwecke aus. Er war der "soziale Bischof" und die bedeutendste Gestalt des deutschen Katholizismus im 19.Jahrhundert. Das am 1891 im Reichstag angenommene Arbeiterschutzgesetz ist auch aus dem Geist Kettelers erwachsen. Noch vor seiner Entlassung sagte Bismarck: "Ohne Ketteler wären wir noch nicht so weit."
|
|||||||||||||||||