Fragen der Welternährung
Obwohl weltweit genügend Nahrungsmittel für alle angebaut werden, 2009 hungerten von etwa sieben Milliarden Menschen auf der Welt insgesamt eine Milliarde. Dagegen gibt es eine Reihe von Vorschlägen. Wichtig ist vor allem in den betroffenen Ländern die Kleinlandwirtschaft auszubauen und nicht die ganze Entwicklung den Agrarkonzernen zu überlassen. Landwirtschaft muss vorwiegend der Nahrungsmittelproduktion dienen und nicht der Rohstoffproduktion. Zur Versorgung gehört auch eine hinreichende Versorgung mit Trinkwasser für alle. Die erklärten Ziele in dieser Richtung müssen zügiger umgesetzt werden. Die kirchlichen Hilfswerke leisten hier Vorbildliches.
Literaturhinweis: Deutsche Welthungerhilfe u.a., Handbuch der Welternährung, Bonn 2011
Millenniumsziele der UN
-
Bekämpfung von extremer
Armut
und
Hunger
- Zwischen 1990 und 2015 den Anteil der Menschen halbieren, die weniger als den Gegenwert eines US-Dollars pro Tag zum Leben haben.
- Zwischen 1990 und 2015 den Anteil der Menschen halbieren, die Hunger leiden.
- Vollbeschäftigung in ehrbarer Arbeit für alle erreichen, auch für Frauen und Jugendliche.
http://de.wikipedia.org/wiki/Millennium-Entwicklungsziele#Millenniumziele
Erklärung des Welternährungsgipfels 2009 zur Ernährungssicherung
Punkte 1 bis 6 (siehe auch http://www.bmelv.de/SharedDocs/Dossier/EUInternationales/Erklaerung-Welternaehrungsgipfel-Ernaehrungssicherung.html?notFirst=true&docId=810426 )
"1. Mit der Verabschiedung dieser Erklärung stimmen wir der Ergreifung aller notwendigen Maßnahmen auf nationaler, regionaler und internationaler Ebene zu, die von allen Staaten und Regierungen gefordert werden, um mit sofortiger Wirkung die steigende Anzahl von Menschen, die an Hunger, Unterernährung und Ernährungsunsicherheit leiden, zu begrenzen und deutlich zu reduzieren. Wir werden unsere Anstrengungen verstärken, um bis 2015 die Zielvorgaben des Millenium-Entwicklungsziels 1 und des Welternährungsgipfels zu erreichen. Wir verpflichten uns, die erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um Hunger nachhaltig und zum frühestmöglichen Zeitpunkt zu beseitigen.
2. Wir sind besorgt darüber, dass heute mehr als eine Milliarde Menschen an Hunger und Armut leiden. Diese Situation hat untragbare Konsequenzen für das Leben, die Existenzgrundlagen und die Würde von einem Sechstel der Weltbevölkerung. Die Auswirkungen jahrelanger Investitionsdefizite im Bereich Ernährungssicherung 1, Landwirtschaft2 und ländliche Entwicklung wurden in jüngster Vergangenheit unter anderem noch verschlimmert durch die Ernährungs-, Finanz- und Wirtschaftskrise. Obwohl Fortschritte erzielt wurden, haben die Gesamtanstrengungen bei Weitem nicht die Millenium-Entwicklungsziele und die politischen Vorgaben der Welternährungsgipfel erreicht. Wir müssen gemeinschaftlich die Ergreifung von Maßnahmen vorantreiben, um diesen Trend umzukehren und die Welt auf einen Kurs zu bringen, auf dem sie die schrittweise Verwirklichung des Rechts auf angemessene Nahrung im Rahmen der nationalen Ernährungssicherheit erreicht.
3. Die Dringlichkeit dieser Angelegenheit und die Verpflichtung, die weltweite Ernährungskrise zu lösen, dienten als Motor für verstärkte internationale Koordinierung und politisches Handeln im Bereich der Ernährungssicherung innerhalb der Globalen Partnerschaft für Landwirtschaft, Ernährungssicherung und Ernährung, der als Kernorganisation der FAO-Ausschuss für Welternährungssicherheit (CFS) angehört. Notwendig und unverzichtbar ist eine Verbesserung der Weltordnungspolitik, die auf existierende Institutionen und auf die Förderung wirksamer Partnerschaften aufbaut.
4. Zur Ernährung einer Weltbevölkerung, die im Jahr 2050 auf über 9 Milliarden steigen wird, muss die Agrarproduktion bis dahin wahrscheinlich um 70 Prozent gesteigert werden. Begleitend dazu müssen Maßnahmen ergriffen werden, um allen Menschen physischen, sozialen und wirtschaftlichen Zugang zu ausreichender, gesundheitlich unbedenklicher und nährstoffreicher Nahrung zu garantieren, besonders im Hinblick auf vollen Zugang von Frauen und Kindern. Nahrung sollte nicht als politisches oder wirtschaftliches Druckmittel benutzt werden. Wir bekräftigen die hohe Bedeutung internationaler Kooperation und Solidarität sowie die Notwendigkeit, von einseitigen Maßnahmen abzusehen, die nicht im Einklang mit der internationalen Gesetzgebung und der Charta der Vereinten Nationen sind und somit die Ernährungssicherung gefährden. Wir verlangen offene Märkte, da diese wesentlicher Bestandteil einer weltweiten Reaktion im Bereich Ernährungssicherung sind.
5. Der Klimawandel stellt ein zusätzliches ernsthaftes Risiko für die Ernährungssicherung und den Landwirtschaftssektor dar. Die zu erwartenden Auswirkungen des Klimawandels stellen eine große Gefahr dar für Kleinbauern in Entwicklungsländern, insbesondere in den am wenigsten entwickelten Ländern (LDCs) sowie für bereits gefährdete Bevölkerungsgruppen. Jedweder Lösungsansatz zur Begegnung der durch den Klimawandel bedingten Herausforderungen muss Raum lassen für Abschwächungsmöglichkeiten und verbindliche Zusagen für die Anpassung der Landwirtschaft, die auch Erhaltung und nachhaltige Nutzung von genetischen Ressourcen im Bereich Ernährung und Landwirtschaft umfasst.
6. In jüngster Vergangenheit wurden im Rahmen großer regionaler und internationaler Zusammenkünfte Zusagen für mehr Unterstützung im Bereich Landwirtschaft, ländliche Entwicklung und Ernährungssicherung auf nationaler und internationaler Ebene gemacht. Des Weiteren können wir auf den Erfolg einiger Länder aufbauen, die es geschafft haben, die Anzahl der an Hunger leidenden Menschen in ihrem Land zu verringern und uns bestärkt sehen durch die termingebundenen politischen Verpflichtungen einiger Länder und Regionen zur Bekämpfung von Hunger. Nichtsdestotrotz sind weitere dringliche und richtungsweisende Maßnahmen notwendig, die von dem politischen Willen begleitet sein müssen, aus Verpflichtungen die Erfüllung unserer Zielvorgaben zu machen.
Fußnoten
1
Konzeption der Ernährungssicherung:
Ernährungssicherheit besteht, wenn alle
Menschen zu jeder Zeit physischen, sozialen
und wirtschaftlichen Zugang zu
ausreichender, gesundheitlich unbedenklicher
und nährstoffreicher Nahrung haben, um so
ihre Ernährungsbedürfnisse und
Nahrungsmittelpräferenzen zugunsten eines
aktiven und gesunden Lebens befriedigen zu
können. Die vier Säulen der
Ernährungssicherheit sind Verfügbarkeit,
Versorgungsstabilität, Zugang und Nutzung.
Der Ernährungsbereich spielt eine zentrale
Rolle in der Konzeption der
Ernährungssicherung.
2 In dieser Erklärung beinhaltet
der Begriff Landwirtschaft Kulturpflanzen,
Viehbestand, Forst- und Fischwirtschaft.
Dieses Dokument wird in limitierter Auflage gedruckt, um die Umweltbelastungen zu minimieren, die im Rahmen von Arbeitsprozessen der FAO entstehen und um zur Klimaneutralität beizutragen.
Abgeordnete und
Beobachter sind dazu angehalten, ihre
Unterlagen zu den Versammlungen mitzubringen
und möglichst nicht nach weiteren Kopien zu
fragen.
Die meisten Dokumente aus FAO Versammlungen
finden Sie unter www.fao.org."
"Als Millennium-Gipfel wird die 55. Generalversammlung der Vereinten Nationen bezeichnet, die vom 6. bis 8. September 2000 in New York stattfand. Auf der bis dato größten Zusammenkunft von Staats- und Regierungschefs einigten sich die Teilnehmer auf einen Maßnahmenkatalog mit konkreten Ziel- und Zeitvorgaben und dem übergeordneten Ziel, die Armut in der Welt bis zum Jahr 2015 zu halbieren, den Millennium-Entwicklungszielen"
Einzelheiten dazu: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Millennium-Entwicklungsziele&action=edit§ion=2
Wichtige Internetseiten:
Welternährungsprogramme: http://de.wfp.org/
